Was die Würde verletzt und wer sie hütet – Hüter der Würde im „Inneren Team“ von Menschen auf dem Autismus-Spektrum

In der Arbeit mit Menschen auf dem Autismus-Spektrum hat sich (als ein psychotherapeutisches Angebot) die Betrachtung des „Inneren Teams“ (nach Friedemann Schulz von Thun) bewährt. Gerade wenn es darum geht, die eigene Identität und Integrität zu entdecken, zu unterstützen und zu bewahren, sowie unerträgliche Spannungszustände – einschließlich scheinbar unerklärlicher „Impulsdurchbrüche“ - zu verstehen und zu lösen, ist das Vertraut-Werden mit den inneren Teammitgliedern, ihren Ressourcen und Anliegen sowie ihren Beziehungen untereinander ausgesprochen hilfreich. Eine zentrale Rolle spielt dabei in vielen Teams ein Mitglied, das als „Hüter der Würde“ auf Situationen reagiert, welche die Würde in Frage stellen. Mit ihm in Kontakt und Kommunikation zu treten kann zu einem verbesserten Selbst-Verständnis, einer Versöhnung mit sich selbst und einem Zuwachs an Selbstvertrauen führen - was insgesamt eine erfreuliche Entspannung mit sich bringt. Zugleich wird ein Zugewinn von Selbstwirksamkeit und einer verbesserten Selbstregulation erlebt. Bei der Betrachtung einiger Fall-Beispiele können wir generell für Themen sensibilisiert werden, die die Würde eines Menschen betreffen und angreifen können – sowie auch erfahren, wie durch einen neuen Umgang mit sich selbst die Resilienz gefördert und auch die Gestaltung von Kontakten verbessert werden kann.

Referent:
 Brit Wilczek

Brit Wilczek

Dipl.-Psych., psychologischer Psychotherapeutin, Dipl.-Tanztherapeutin BVT, arbeitet seit 1989 therapeutisch mit Menschen auf dem Autismus-Spektrum und deren Angehörigen und sozialen Umfeldern, zunächst im Hamburger Autismus Institut. 1997 - 99 baut sie mit Kolleginnen in Neubrandenburg ein Autismus-Therapiezentrum mit mobilem Dienst und Außenstellen in Mecklenburg-Vorpommern auf und bildet zugleich am ISBW Neustrelitz Fachkräfte verschiedener Arbeitsfelder im Bereich Autismus aus. 2005 Umzug nach Schleswig-Holstein; dort Tätigkeit als Autismus-Therapeutin sowie Beratung und Supervision am Heilpädagogium Eckernförde. Seit 2009 bietet sie in eigener Praxis in Neumünster Psychotherapie (TP) ausschließlich für Erwachsene auf dem Autismus-Spektrum an, sowie fachspezifische klinische Diagnostik. Daneben seit 1996 umfängliche Vortrags- u. Fortbildungstätigkeit im Bereich Autismus, sowie Supervision und Beratung für Kollegen und Fachärzte in freier Praxis und diversen Kliniken. 2007 erscheint die Broschüre „Schulbegleitung für Schülerinnen und Schüler mit Asperger-Syndrom“ beim Bundesverband Autismus Deutschland e.V.; 2015 der Artikel „Erwachsene mit hochfunktionalem Autismus in der psychotherapeutischen Praxis. Herausforderungen und Chancen“ im Psychotherapeutenjournal (2/2015); 2017 „Bewegungs- und Ausdruckstherapie in der Autismus-Arbeit – persönliche Wurzeln und Anfänge“ in „Autismustherapie in der Praxis“, Barbara Rittmann und Wolfgang Rickert-Bolg (Hrsg.), Verlag: Kohlhammer; „Wer ist hier eigentlich autistisch?“ Veröffentlichung geplant für 2018 bei Verlag Praxis Schwegler.